Neun Monate

Die Ernte der Tomaten geht so langsam ihrem Ende entgegen. Für mich ist damit die Zeit gekommen, wieder einmal Neuland zu betreten. Wie gewinne ich aus den leckeren roten Früchtchen am besten Saatgut für die nächste Saison? Versuch macht klug.

Natürlich hatte ich mir im Internet ein bisschen Basiswissen angeeignet. Man suche sich eine schöne, am besten schon etwas überreife Tomate aus, halbiere sie entgegen der üblichen Gewohnheit nicht der Länge nach, sondern quer und entnehme daraus das nahezu flüssige Fruchtfleisch mit den Samen. Beides fülle man dann in ein Wasserglas und lasse es zwei bis drei Tage stehen, damit sich Samen und Fruchtfleisch trennen. Okay, klang ja ganz einfach.

Mehrfach las ich dann noch, dass eine Prise Zucker im Wasser hilfreich sei. Sie trage dazu bei, Samen und Fruchtfleisch zu trennen und das Saatgut durch Fermentation besser haltbar zu machen. Basiswissen dazu fand ich bei Utopia. Für meine Tomaten brachte es mich aber nicht wirklich weiter. Egal, so eine Prise Zucker kann ja nicht schaden.

Allen Anleitungen folgend goss ich das Samen-Wasser-Gemisch nach drei Tagen durch ein Teesieb ab. Übrig blieben darin die Saatkörner und ziemlich viel Fruchtfleisch. Ich spülte und verrieb die Masse vorsichtig, bis ich den Eindruck hatte, die Spreu könnte sich nun etwas besser vom Weizen trennen lassen. Damit stand auch schon die nächste Entscheidung an: Worauf lasse ich das jetzt trocknen? Die Tipps, die ich mir angelesen hatte, ließen auf einen regelrechten Glaubenskrieg schließen. Favoriten bei den „Experten“ sind Küchenpapier, Kaffeefilter und Backpapier.

Ich versuchte es mit einer Filtertüte aus dem heimischen Vorrat. Am nächsten Tag stellte ich fest, dass zwar alles trocken war, die Tomatenmasse nun aber auch noch mit dem Papier untrennbar verbunden war. Nein, so wollte ich das nicht haben. Also nochmal feucht machen, nochmal spülen und im zweiten Versuch auf Backpapier verteilen. Das Ergebnis überzeugte mich schon deutlich mehr. Samen und das restliche Fruchtfleisch ließen sich besser trennen und ich hatte tatsächlich Saatgut für das nächste Jahr. Ob es allerdings tatsächlich keimfähig ist und neue Tomaten hervorbringen kann, werde ich erst in neun Monaten wissen.

Veröffentlicht von gerdsgarten

Gelernter Redakteur, Hobbyfotograf, Rentner. Blogger-Neuling zum Thema Garten.

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