Hilfe, da blüht was!

Bei einer Routinekontrolle habe ich sie ganz zufällig entdeckt: eine Blüte zwischen meinen Zwiebeln im Hochbeet! Was ist das denn? Irgendein Wildkraut, das ich beim Jäten übersehen habe? Nein, genaueres Hinsehen ergab, dass das kleine weiße Etwas direkt am Kraut meiner „Stuttgarter Riesen“ prangt.

Nachdem das geklärt war, setzte das gärtnerische Denken ein. Okay, fein, lasse ich diese eine Zwiebel ausblühen und gewinne irgendwann Samen, mit denen ich dann im nächsten Jahr selbst Steckzwiebeln ziehen kann. Aber wird das wirklich klappen? Fragen wir doch mal bei Google nach.

Die Enttäuschung ließ nicht lange auf sich warten. Im Blog „Ich bin dann mal im Garten“ wurde ich darüber aufgeklärt, dass meine Blüte erstens recht mickrig ist – normalerweise müsste sie aussehen wie ein Pompon – und zweitens ohne die Blüte einer weiteren Pflanze keine Chance auf Nachwuchs hat. Da meine Nachbarn keine Zwiebeln anbauen und in meinem Beet keine zweite Blüte in Sicht ist, werde ich notgedrungen dem Rat meines bloggenden Gärtner-Kollegen Jürgen Müller-Lütken folgen, die blühende Zwiebel entnehmen und meiner Frau zur Verwertung in der Küche überlassen.

Deko für den Vorgarten

Während der Gemüsegarten dezent hinter dem Haus versteckt ist, bildet der Vorgarten ja bekanntlich so etwas wie eine Visitenkarte. Dort gibt es schon eine kleine Bienenweide, einige Deko-Gegenstände wie eine alte Milchkanne und einen rostigen Gartenstuhl sowie ein Edelrosenbeet inklusive Lavendel. Genau darin habe ich jetzt eine eingegangene Buche angesiedelt, die ich bei einem Hundespaziergang entdeckt und kurzerhand abgesägt habe.

Das arme Stämmchen hat sein wohl schon relativ langes Leben ausgehaucht, weil ihm direkt am Wegesrand von einer große Maschine immer wieder die Äste gekappt worden waren. Dadurch war es zwar nicht mehr lebensfähig, aber optimal vorbereitet für eine neue Nutzung als Träger verschiedenster Dekorationen. Weihnachtsbaum-Kugeln bieten sich dafür ebenso an wie die unvermeidlichen Ostereier, aber jetzt im Sommer müssen erst mal ein paar künstliche Tierchen und ein Gartenzwerg aus dem Bestand reichen. Ein Hingucker ist das ehemalige Bäumchen schon jetzt und in unserem Garten herzlich willkommen. Möge sein zweites Leben recht lange andauern!

Jeder Zentimeter ist wertvoll

Zucchini gab’s ja schon reichlich in diesem Sommer. Die logische Folge: Die Pflanzen wachsen von der Wurzel aus nach und nach immer weiter in Richtung Süden. Dabei hatte ich bei der Sortenwahl (Zuboda) extra auf den Hinweis „nicht rankend“ geachtet. Hm, ein Missverständnis?

Wie auch immer. Während die Zucchini-Pflanzen so langsam meine Zwiebeln überwachsen, wird „hinten“ Platz frei. Also habe ich die ältesten Blätter weggeschnitten, den Boden ein bisschen mit frischer Hochbeet-Erde aufgemischt und mal wieder Radieschen gepflanzt. Die werden in ca. einem Monat erntereif sein.

Ach so, ja. Das Weiße, das oben auf dem Foto zu sehen ist, sind Hornspäne. Mit denen versuche ich, den Zucchini noch ein bisschen Power zu geben.

Blumenkohl hinter Gittern

Ich liebe Blumenkohl! Deshalb kann ich es auch nicht lassen, ihn immer wieder zu pflanzen. Leider haben sich in den vergangenen Jahren ausschließlich Insekten über meine Bemühungen gefreut. Ich habe als Schuldigen den Kohlweißling im Verdacht. Er legt seine Eier an den Pflanzen ab und seine Nachkommen – sorry – kacken dann zwischen die Röschen des Kohlkopfes. Der wird damit zumindest optisch ungenießbar.

In diesem Jahr versuche ich natürlich auch wieder, mein Lieblingsgemüse anzubauen. Ganz bescheiden habe ich mich für die Sorte „Erfurter Zwerg“ (Early Snowball) entschieden, habe die Samen auf der Fensterbank vorgezogen und dann ins Hochbeet umgesiedelt. Dort habe ich die Pflänzchen erst mal mit einem Fliegengitter abgedeckt, um ungebetene Gäste fernzuhalten.

Aktuell ergab sich nun aber das Problem, dass mein Blumenkohl mit dem Platz unter dem Schutzflies nicht mehr auskommt. Was tun? Als Upcycling-Fan entschied ich mich für ein paar hölzerne Ikea-Leisten vom Sperrmüll, zwei Metallstangen eines eingestürzten Pavillon-Zeltes, einige Steine, Fliegengitter-Meterware und Wäscheklammern. Das Ergebnis meiner laienhaften Bastelei seht Ihr auf dem Foto. Ob die Konstruktion dem nächsten Gewittersturm standhält und bringt, was ich mir davon verspreche, werde ich erst später wissen.

Endlich Abwechslung

Jetzt kommt nach Zucchini mal was Neues auf den Tisch: Gurken. Sehen zwar so ähnlich aus, schmecken aber doch irgendwie völlig anders. Die beiden Pflanzen in meinem Hochbeet habe ich aus Samen gezogen, die ich im April in einer Facebook-Gruppe gegen Blumenkohl-Saatgut getauscht hatte.

Nach einem ersten Geschmackstest freue ich mich jetzt schon auf richtigen Gurkensalat. Nachdem ich heute die erste Gurke (die waagerechte in der Bildmitte) geerntet habe, warten jetzt allein an der ersten Pflanze noch vier Früchte auf eine kulinarische Verfeinerung. Und ich bin überzeugt: Das ist erst der Anfang!

Jeden Tag eine Zucchini

Genug Grundsätzliches preisgegeben. Jetzt wird es Zeit für meine aktuellen Erlebnisse. Heute war es wieder einmal Zeit, eine Zucchini zu ernten, die die gängige Supermarkt-Größe erreicht hatte. An der Pflanze warten schon drei weitere Früchte darauf, endlich in die erste Reihe vorzurücken und den damit verbundenen Wachstumsschub zu bekommen.

Bei aller Freude über den Erfolg ist damit auch immer wieder ein Problem verbunden: Leider gibt es deutlich mehr Zucchini als Zucchini-Rezepte. Wir haben sie schon gefüllt, überbacken, gegrillt, gekocht und, und, und … Die familieninterne Diskussion ergab diesmal, dass die heutige Ernte Bestandteil einer italienischen Antipasti-Pfanne wird. Falls Ihr andere Ideen habt: Immer her damit!

Die Entdeckung der Samen

Ein paar Blumen und ein bisschen Gemüse gab es in unserem Garten eigentlich schon immer. Um die Blumen kümmerte sich ausschließlich meine Frau, während ich ein paar Gemüsepflanzen aus dem Baumarkt mit nach Hause brachte und sie regelmäßig wässerte, bis daran etwas zu essen gewachsen war. Samen gab es nur für Radieschen und Karotten – praktischerweise als Saatband. Damit häuften sich in den vergangenen Jahren aber die Misserfolge, warum auch immer.

Der Startschuss zu einer neuen Phase meiner “grünen Karriere” fiel bei einem Spaziergang durch das niedersächsische Landschaftsschutzgebiet “Goldbecker Heide”. Der Weg führte auf einem kleinen Teilstück zwischen mannshohen Ginstersträuchen hindurch und ich konnte der Versuchung nicht widerstehen, ein paar Samenschoten mitzunehmen. Wieder zu Hause “knackte” ich die Schoten und steckte das Saatgut in Töpfchen mit Gartenerde. Und siehe da: Schon nach wenigen Tagen entstanden kleine Pflänzchen, die heranwuchsen, heute – nur drei Jahre später – die Größe ihrer Eltern erreicht haben und unsere Garagenwand begrünen. Besonders im Frühjahr sind die gelb blühenden Sträucher ein echter Hingucker, der auch den Insekten gefällt.

Dieser ehrlich gesagt eigentlich unerwartete Erfolg motivierte mich, den Samen im Allgemeinen ein wenig mehr Aufmerksamkeit zu schenken als zuvor. Plötzlich nahm ich Zeitungsartikel und TV-Beiträge über vom Aussterben bedrohte Gemüsesorten, bienenfreundliche heimische Gewächse und viele andere Naturwunder wahr, die mein Interesse mehr und mehr weckten.